Wie viel Strom ziehen Router, Switch und Glasfaser-Modem beim Online-Gaming? kWh

Router, Switch und Glasfaser-ONT verbrauchen im Normalbetrieb meist nur wenig – die Dauerleistung schwankt beim Online-Gaming praktisch nicht. Der Artikel nennt typische Wattwerte und zeigt Schritt für Schritt, wie Sie mit einem Steckdosen-Energiemessgerät Idle und Gaming-Betrieb erfassen, in kWh umrechnen und so Ihre Jahreskosten bestimmen. Als grobe Orientierung werden je nach Setup etwa 26 bis 58 Euro pro Jahr genannt.

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KI-gestützt erstellt

Wie viel Strom ziehen Router, Switch und Glasfaser-Modem beim Online-Gaming? kWh und Kosten realistisch messen

Die kurze Antwort: weniger als die meisten vermuten – und kaum abhängig davon, ob Sie gerade online spielen (z. B. in Call of Duty: Warzone) oder der Router im Idle läuft. Ein typischer WLAN-Router zieht zwischen 8 und 15 Watt, ein separates Glasfaser-Modem (ONT) rund 7 Watt, ein unmanaged Gigabit-Switch mit vier bis acht Ports liegt nach Herstellerangaben meist bei 3 bis 8 Watt. Zusammen also selten mehr als 30 Watt für das gesamte Heimnetz.

Der Grund: Router, Switch und Glasfaser-ONT haben im Normalbetrieb eine weitgehend lastunabhängige Leistungsaufnahme; die Stromaufnahme variiert nur gering, egal ob gerade ein 64-Spieler-Match läuft oder der Anschluss komplett idle ist. Pakete werden weitergeleitet, Verbindungen aufrechterhalten – die CPU-Last dieser Geräte schlägt sich kaum im Verbrauch nieder. Auf 8.760 Jahresstunden hochgerechnet ergibt sich für einen Standard-WLAN-Router ein Jahresverbrauch von 70 bis 130 kWh, für einen Glasfaserrouter mit integriertem Modem rund 87,6 kWh (Quelle: Verivox-Auswertung zu Glasfaser-Stromverbrauch).

Hohe Ausreißer gibt es trotzdem. Manche AVM FRITZ!Box-Modelle mit integriertem VDSL-Modem, 2,5-GbE-Port und aktivem WLAN 6 können laut Herstellerdatenblatt bei 20–25 Watt landen. Tri-Band-Mesh-Systeme mit mehreren Satelliten summieren sich noch schneller.

Wie misst man kWh und Kosten beim Online-Gaming-Setup realistisch?

Herstellerangaben sind Maximalwerte – die Realität liegt oft erheblich darunter. Wer wissen will, was sein konkretes Setup aus Router, Switch und Glasfaser-Modem beim Online-Gaming tatsächlich kostet, kommt an einer eigenen Messung nicht vorbei. Dafür brauchen Sie ein Steckdosen-Energiemessgerät wie das Brennenstuhl PM 231 E oder ein vergleichbares Gerät (15–25 €, im Elektronikhandel erhältlich).

  1. Messgerät zwischenschalten: Stecken Sie das Energiemessgerät zwischen Steckdose und das Netzteil Ihres Routers – oder die Steckerleiste, an der Router, ONT und Switch hängen. Letzteres misst das Setup als Ganzes, was für Setups mit mehreren Netzgeräten oft praktischer ist.
  2. Gerät aufwärmen lassen: Warten Sie zwei bis drei Minuten, bis der Router hochgefahren ist und die WLAN-Verbindung stabil liegt. Direkt nach dem Boot-Vorgang ist die Last kurz erhöht – das verfälscht die Baseline.
  3. Idle-Wert notieren: Lesen Sie den Watt-Wert im Ruhezustand ab (kein aktiver Download, keine laufende Spielsession). Das ist Ihre Grundlast.
  4. Gaming-Phase messen: Starten Sie Ihr Spiel, treten Sie einer Partie bei und lesen Sie nach fünf Minuten erneut ab. In der Praxis hat sich gezeigt, dass die Differenz zwischen Idle und Online-Gaming-Betrieb bei Router und Switch oft unter 1 Watt liegt – manchmal nicht messbar.
  5. kWh berechnen: Formel: Watt × 24 Stunden × 365 Tage ÷ 1.000 = kWh pro Jahr. Beispiel: 12 Watt × 24 × 365 ÷ 1.000 = 105,12 kWh/Jahr.
  6. Kosten ausrechnen: kWh-Wert × aktueller Stromtarif. Bei 30 Cent/kWh (Beispielrechnung, Stand 2024–2025): 105,12 × 0,30 = 31,54 € pro Jahr. Für das gesamte Setup summieren Sie die Einzelwerte oder messen gemeinsam an der Steckerleiste.

Wer kein Messgerät kaufen möchte, kann mit dem Router-Stromkostenrechner von Blitzrechner.de eine grobe Schätzung anhand der Typenschild-Angaben vornehmen – aber Achtung: Typenschilder zeigen Maximalleistung, keine realen Betriebswerte.

Glasfaser-Modem (ONT): kWh und Kosten im Alltag

Ein separates Glasfaser-Modem schlägt täglich mit rund 0,168 kWh zu Buche – das entspricht bei 30 Cent/kWh etwa 5 Cent pro Tag oder rund 18 Euro im Jahr. In der Kombination mit einem separaten Router summiert sich der Jahresverbrauch beider Geräte laut einer Auswertung von Greenfiber (Februar 2024) auf rund 141,91 kWh – gegenüber 87,6 kWh für einen integrierten Glasfaserrouter. Das macht rund 54 kWh weniger pro Jahr zugunsten des Kombigeräts, was bei 30 Cent/kWh einer Ersparnis von knapp 16 Euro entspricht.

Verglichen mit anderen Haushaltsgeräten sind ONT und Router Dauerläufer mit niedriger Grundlast. Dennoch lohnt ein Blick auf die eigene Hardware – besonders dann, wenn mehrere Einzelgeräte im Dauerbetrieb laufen.

Was kostet Internet-Hardware wirklich pro Monat und Jahr?

Konkrete Zahlen, Beispielrechnung mit 30 Cent/kWh (Stand 2024–2025):

Gerät Typische Watt kWh/Jahr Kosten/Jahr Kosten/Monat
WLAN-Router (Standard) 8–15 W 70–130 kWh 21–39 € 1,75–3,25 €
Glasfaserrouter mit integriertem Modem ~10 W 87,6 kWh ~26 € ~2,17 €
Separates Glasfaser-ONT/Modem ~7 W ~61 kWh ~18 € ~1,50 €
Glasfaser-ONT + separater Router (Kombination) ~16–22 W gesamt ~140–193 kWh ~42–58 € ~3,50–4,83 €
Unmanaged Gigabit-Switch (8 Port) 3–8 W* 26–70 kWh 8–21 € 0,65–1,75 €

*Praxiswert nach Herstellerangaben verschiedener Modelle; eigene Messung empfohlen, da PoE-Varianten deutlich höher liegen können.

Lohnt sich Stromsparen bei Router und Switch?

Verglichen mit einem Gaming-PC (150–400 W unter Last) oder selbst einem modernen TV (80–150 W) ist das Netzwerk-Setup ein kleiner Posten. Trotzdem gibt es sinnvolle Stellschrauben.

Wichtig: Hier lohnt es sich, zwei Kategorien zu trennen. Reine Einstellungsmaßnahmen (WLAN-Zeitpläne, Öko-Modus, LED-Abschaltung) bringen typischerweise 5–10 € pro Jahr. Ein Gerätewechsel – also der Umstieg von separatem ONT plus Router auf ein integriertes Kombigerät – kann die Ersparnis auf rund 16 € pro Jahr steigern, wie die oben genannten Verbrauchsdaten zeigen.

Konkrete Maßnahmen:

  • Nachtabschaltung per Zeitplan: Viele FRITZ!Box-Modelle erlauben WLAN-Zeitpläne. Das reduziert die Sendezeit des WLAN um bis zu 25 %; je nach Router spart das in diesen Stunden typischerweise 1–3 Watt – über das Jahr rund 9–26 kWh. Achtung: Funktioniert nur, wenn in dieser Zeit kein Gerät (NAS, Smart-Home-Hub) auf das Netz angewiesen ist.
  • Energiesparfunktionen aktivieren: Eco-Modus oder automatische LED-Abschaltung bringen in der Praxis 1–3 Watt weniger, summieren sich aber über ein Jahr auf messbare kWh-Werte.
  • Geräteanzahl prüfen: Ein Switch, der dauerhaft läuft, aber nur für ein oder zwei Geräte genutzt wird, verursacht dennoch Grundlast. Ein direktes Patchkabel zum Router kann hier überflüssige Hardware ersetzen.
  • Kombigerät statt Einzelgeräte: Der Wechsel von separatem ONT und Router zu einem integrierten Glasfaserrouter spart laut den genannten Quellen rund 54 kWh und knapp 16 € pro Jahr.

Kein entscheidender Kostentreiber, aber eine messbare Ersparnis – vor allem wenn ohnehin ein neues Gerät ansteht.

Worauf achten bei Switches, Mesh-WLAN und Kombigeräten?

Hier liegen die größten Messfallen – und die größten Unterschiede zwischen verschiedenen Setups.

PoE-Switches (Power over Ethernet) speisen angeschlossene Geräte wie IP-Kameras oder Access Points über das LAN-Kabel mit Strom. Ein TP-Link TL-SG1005P mit 65-Watt-PoE-Budget kann bei voller Auslastung ein Vielfaches eines normalen Switches verbrauchen. Messen Sie PoE-Switches deshalb immer im realen Betrieb – die Typenschildangabe gibt nur das Maximum an.

Mesh-Systeme wie FRITZ!Mesh mit Repeatern, Eero, Netgear Orbi oder TP-Link Deco bestehen aus mehreren eigenständigen Geräten. Drei Mesh-Nodes à 10 Watt entsprechen 30 Watt Dauerlast – das sind schon über 260 kWh pro Jahr.

Beim Blick auf das Typenschild lohnt sich die Prüfung dieser Punkte:

  • Maximale Leistungsaufnahme in Watt (nicht Volt-Ampere – das ist Scheinleistung)
  • Ob ein externes Netzteil vorhanden ist, dessen Verlustleistung hinzukommt
  • PoE-Budget (separat auf dem Typenschild oder im Datenblatt)
  • Anzahl aktiver Funkbänder beim WLAN (Tri-Band verbraucht mehr als Dual-Band)

Das Herstellerdatenblatt liefert oft einen Wert für „Typical Power Consumption" – realistischer als der Maximalwert und ein guter Ausgangspunkt vor der eigenen Messung.

Stolperfallen: Warum Messwerte oft falsch liegen

Die häufigste Fehlerquelle: Verbrauchswerte schätzen statt messen. Das Typenschild eines Routers zeigt 18 Watt Maximalleistung – im Betrieb zieht er 9 Watt. Wer mit 18 Watt rechnet, überschätzt die Jahreskosten um den Faktor zwei.

Weitere typische Fehler:

  • Falscher Stromtarif: Viele Online-Rechner arbeiten mit veralteten Referenzwerten. Prüfen Sie Ihren aktuellen kWh-Preis auf der Jahresabrechnung. 30 Cent/kWh ist eine Beispielrechnung für 2024–2025; Ihr Tarif kann abweichen.
  • Messung während des Boot-Vorgangs: Router ziehen beim Start kurzzeitig mehr Leistung. Wer in dieser Phase ablädst, überschätzt die Dauerlast.
  • Externes Netzteil nicht mitgemessen: Wenn das Messgerät zwischen Steckdose und Netzteil sitzt, ist alles korrekt erfasst. Wer nur den Geräteverbrauch schätzt und das Netzteil außen vor lässt, unterschätzt.
  • Permanente Zusatzfunktionen beim Gaming-Router: Manche Gaming-Router (z. B. ASUS ROG Rapture, Netgear Nighthawk) haben QoS-Funktionen und RGB-LEDs, die permanent Strom ziehen – nicht wegen der Spiellast, sondern wegen dauerhaft aktiver Zusatzdienste.
  • Zeiteinheit verwechseln: 10 Watt sind 10 Wattstunden pro Stunde, nicht pro Tag. Korrekte Formel: Watt × Stunden ÷ 1.000 = kWh.

Aus Redaktionssicht empfehlen wir: Messen Sie mindestens 15–30 Minuten im normalen Betrieb – einmal ohne aktive Verbindung, einmal während einer Online-Spielsession. Lesen Sie den kWh-Zähler des Messgeräts ab (viele Geräte zeigen diesen Wert direkt an) und rechnen Sie ihn auf ein Jahr hoch. Das ist genauer als jede Schätzung auf Basis des Typenschilds.

Fazit

Wie viel Strom ziehen Router, Switch und Glasfaser-Modem beim Online-Gaming? Die Antwort ist ernüchternd unauffällig: zusammen typischerweise zwischen 26 und 58 Euro Stromkosten pro Jahr, abhängig davon, ob Sie ein integriertes Kombigerät oder mehrere Einzelgeräte betreiben. Der Verbrauch bleibt dabei im Betrieb nahezu konstant – die laufende Spielsession macht kaum einen Unterschied. Für eine verlässliche Zahl führt kein Weg am Steckdosen-Energiemessgerät vorbei: Idle messen, Betrieb unter Last messen, auf kWh pro Jahr hochrechnen, eigenen Stromtarif einsetzen. Wer zusätzlich sparen möchte, setzt auf Zeitpläne und Öko-Einstellungen (typisch: 5–10 € pro Jahr) oder wechselt von separatem ONT plus Router auf ein integriertes Gerät (bis zu 16 € Ersparnis). Wer zuerst misst und dann gezielt optimiert, spart sich falsche Erwartungen – und trifft bessere Kaufentscheidungen. Wenn Sie parallel die Gaming-Last senken möchten, hilft oft auch ein gezieltes FPS-Limit; fürs nächtliche Runterfahren kann zudem ein Blick in Deep Sleep vs Soft-Off sinnvoll sein.

Zuerst erschienen bei der Erstveröffentlichung.

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